Herbert liest! – Folge 32 (Buchpreis Special „Das Pfingstwunder“)

Heute ein Roman von der Longlist des Deutschen Buchpreises, den ich eigentlich nur Hardcore-Romanisten mit Hang zur mittelalterlichen Literatur empfehlen kann: „Das Pfingstwunder“ von Sibylle Lewitscharoff ist ein überaus gelehrtes, aber leider auch altkluges Buch, das seinen Lesern den aktuellen Forschungsstand zu Dantes „Göttliche Komödie“ samt Vor- und Nachteilen verschiedener Übersetzungen dieses Werkes nahe zu bringen versucht. Über so etwas sollte man einen Forschungsbericht oder eine Dissertation schreiben, aber unter gar keinen Umständen einen Roman. 350 Seiten über 34 Akademiker, die sich gegenseitig Vorträge halten, das sind in der Tat Höllenqualen, die man da als Leser erleidet…. Und das, obwohl Sybille Lewitscharoff eigentlich eine wirklich originelle Autorin und erstklassige Stilistin ist.

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5 Kommentare
  1. jancak sagte:

    Für mich wars das beste Buch von der LL, das ich bis jetzt gelesen habe und ich bin kein „Lewitscharoff-Fan“, habe „Mongomery“ nicht verstanden und mir auch hier „abgehobenes Geschwafel“ erwartet.
    Gefunden habe ich ein leicht zu lesendes Buch, das das E- mit dem U- verbindet, mir viel über die „Göttliche Kommödie“ erzählt und natürlich sollen das alle Germanisten, Romanisten, Dante-Forscher, etcetera lesen und es ist für mich ein Roman und ein sehr viel besserer als „Rauschzeit“ https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/19/rauschzeit/ wo auf fünfhundert Seiten verhandelt wird, daß einer seine Jugendliebe trifft und seine Frau inzwischen in die Oper geht oder die „Novelle“https://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/09/widerfahrnis/, wo ein älteres Paar nach Sizilien fährt, hier hat sich die „Büchner-Preisträgerin“, die ja einiges einstecken mußte, meiner Meinung nach gehörig über den Literaturbetrieb lustig gemacht, der von seinen Literaten ja das Höchste, Schönste, Grauslichste fordert, das man zwar lesen und schreiben darf, aber wenn man auf der Polizei erzählt, daß man das „Pfingstwunder“ erlebte, wird man für verrückt gehalten und kommt auf die Psychiatrie, beziehungsweise bekommt man vielleicht „Bravo-Rufe“, wenn man in einem Roman von den „Halbwesen“ schreibt, erzählt mans auf dem Vortragspult, fliegen die Steine!

    Es ist für mich ein Roman, der leicht zu lesen ist, wo ich viel von der „Göttlichen Kommödie“ aber auch viel vom Alltag, so wird ja auch das Flüchtlingsthema angesprochen, erfahre, während das zweite Buch, das mir von den elf, die ich gelesen habe, wirklich gefallen hat, ganz offensichtlich kein solcher ist, sondern ein Memoir oder Personal Essay, obwohl auch den die angehenden Psychiater und Psychologiestudenten lesen sollen.
    Schön wenn Thomas Mellehttps://literaturgefluester.wordpress.com/2016/09/13/die-welt-im-ruecken/den Preis bekommt, schade, daß Sibylle Lewitscharoff, für mich die große Überraschung, auf der Shortlist fehlt!

  2. Hansjörg Dröge sagte:

    Lieber Herbert, seit Du Buchpreisblogger geworden bist, hast Du Dich eher rarer gemacht. Wie schade! Ich hoffe, Du bist gesund und alles ist soweit prima, dass Du auch viel zum Lesen nur halt nicht zum Bloggen kommst.
    Viele Grüße aus Hamburg,
    Hansjörg

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