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Archiv für den Monat August 2016

Was macht ein Booktuber, wenn er ohne seine technisch versierte Mitstreiterin in Urlaub fährt? Dann probiert er das Filmen mal ohne sie – das iPhone kann ja vieles – und macht dabei diverse Fehler, wie ihr hier sehen könnt…. Heute also live aus den Südtiroler Bergen eine Besprechung von Reinhard Kaiser-Mühleckers „Fremde Seele, dunkler Wald“. Sehr düster, sehr österreichisch und sehr gut geschrieben, aber ob dieser Roman es von der Longlist auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schafft, wage ich dennoch zu bezweifeln. Alle Titel der Liste unter Deutscher Buchpreis.

 

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Die Longlist zum Deutschen Buchpreis ist endlich raus:  20 Titel wie jedes Jahr, eine bunte Mischung aus bekannten und unbekannten Autoren, auf jeden Fall eine spannende Auswahl. Aber wie soll man als Buchpreis-Blogger jetzt in kurzer Zeit was Gescheites dazu sagen, wenn man von den 20 Titeln bislang genau einen kennt? Dieser eine Titel ist Joachim Meyerhoffs „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ und den habe ich euch in Folge 26 von „Herbert liest!“ bereits ans Herz gelegt. Komischer, trauriger und berührender als die inzwischen schon dreiteilige Autobiographie von Meyerhoff kann Literatur fast nicht sein. Aber eigentlich braucht Meyerhoff den Buchpreis nicht, auch wenn ich ihm den Preis sehr gönne: denn erstens ist er schon so wahnsinnig erfolgreich und zweitens passen seine Bücher nur so halb in die Kategorie Roman. Bleiben noch 19 Bücher auf der Liste…

Zwei davon (Peter Stamms „Weit über das Land“ und Reinhard Kaiser-Mühleckers „Fremde Seele, dunkler Wald“) hatte ich schon vor Verkündung der Liste mit sicherer Intuition in den Rucksack für den Wanderurlaub in Tirol gepackt. Leider bin ich mit beiden noch nicht weit gekommen, denn nach sechsstündigen Bergtouren am Tag und Schnitzel am Abend schaffe ich immer ziemlich genau drei Seiten. Daher wandern die Bücher nun einfach mit. Kaiser-Mühlecker war mit mir – wie man sieht – schon auf dem Grat, im Schnee und auf der Alm! Und dieses dunkel-österreichische Buch über die Unentrinnbarkeit von Herkunft und Landschaft würde eigentlich ganz ausgezeichnet ins abgelegene Kaunertal passen, wenn es hier nicht so frisch und aufgeräumt aussähe und der Gletscher nicht so weiß unterm blauen Himmel leuchten würde.

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Besonders gespannt bin ich auf das neue Buch von Sybille Lewitscharoff „Das Pfingstwunder“. Die hat wirklich immer interessante Ideen, die zwischen völliger Verschrobenheit und wunderbaren Erfahrungen von Transzendenz im Alltag schwanken. Von Thomas von Steinaeckers Roman „Die Verteidigung des Paradieses“ hat mir ein Freund vor zwei Wochen in glühenden Farben vorgeschwärmt, sodass ich jetzt sogar freiwillig zu einem düsteren Science Fiction-Roman greifen werde. Und Peter Stamm haben mir schon so viele Leute empfohlen, daß ich jetzt endlich mal die Gelegenheit ergreifen werde ihn zu lesen. Allein schon wegen des schönen Titels „Weit über das Land“. Der passt zu meiner Urlaubsstimmung bestens. Ich werde berichten….

Einen tollen Überblick und eine erste Einführung in alle nominierten Bücher gibt euch auch die Seite: www.deutscher-buchpreis.de. Eine erste Einschätzung der sechs Buchpreisblogger zu dieser Liste findet sich auf Gérard Otrembas Blog Sounds and Books.

Hier noch einmal alle 20 Bücher für diejenigen, an denen die Longlist bisher vorbeigegangen ist.

Akos Doma: Der Weg der Wünsche
Gerhard Falkner: Apollokalypse
Ernst-Wilhelm Händler: München
Reinhard Kaiser-Mühlecker: Fremde Seele, dunkler Wald
Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis
André Kubiczek: Skizze eines Sommers
Michael Kumpfmüller: Die Erziehung des Mannes
Katja Lange-Müller: Drehtür
Dagmar Leupold: Die Witwen
Sibylle Lewitscharoff: Das Pfingstwunder
Thomas Melle: Die Welt im Rücken
Joachim Meyerhoff: Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke
Hans Platzgumer: Am Rand
Eva Schmidt: Ein langes Jahr
Arnold Stadler: Rauschzeit
Peter Stamm: Weit über das Land
Michelle Steinbeck: Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch
Thomas von Steinaecker: Die Verteidigung des Paradieses
Anna Weidenholzer: Weshalb die Herren Seesterne tragen
Philipp Winkler: Hool

 

Ich dachte bislang, dass ich meine Bibliothek eigentlich schön ordentlich organisiert habe. Ein Besuch bei Gèrard Otremba in Hamburg hat mich belehrt, dass es noch viel ordentlicher geht! Gérard gibt das Online-Magazin „Sounds and Books“ heraus und gehört zu der Gruppe von Bloggern, die ab Ende August die Long List des Deutschen Buchpreises kommentieren. Dazu gibt’s wie immer Buchempfehlungen: Diesmal Rasha Khayat: „Weil wir längst woanders sind“ und Jonas Karlsson: „Das Zimmer“.